Definition
Die Sterbetafel ist eine statistische Tabelle, die zeigt, wie wahrscheinlich es ist, dass Menschen eines bestimmten Alters und Geschlechts im nächsten Jahr sterben oder wie viele Lebensjahre sie im Schnitt noch vor sich haben. In der privaten Krankenversicherung (PKV) nutzen Versicherer die Sterbetafel, um Beiträge und Alterungsrückstellungen zu berechnen. Sie ist damit eine der Grundlagen deiner Beitragskalkulation.
Warum Sterbetafel wichtig ist
In der PKV zahlst du in jungen Jahren mehr, als du an Leistungen brauchst. Aus diesem Überschuss baut der Versicherer die Alterungsrückstellung auf, damit dein Beitrag im Alter nicht ins Unermessliche steigt. Wie hoch diese Rückstellung sein muss, hängt davon ab, wie lange Versicherte im Schnitt leben. Genau das liefert die Sterbetafel.
Leben die Versicherten länger als in der Tafel angenommen, rechnet der Versicherer mit mehr Jahren an Leistungen. Das kann Beitragsanpassungen auslösen. Neben den steigenden Behandlungskosten ist das einer der Gründe, warum Tarife teurer werden. Die Versicherer müssen die Rechnungsgrundlagen regelmäßig prüfen. Weichen die tatsächlichen Sterbewahrscheinlichkeiten deutlich von den Annahmen ab, müssen sie die Beiträge anpassen.
Ehrlich gesagt: Viele Berater erklären dir das nicht. Dabei entscheidet es mit darüber, ob dein Beitrag mit 65 bei 450 € oder bei 800 € im Monat liegt. Wer das versteht, vergleicht Tarife klüger und lässt sich von Lockangeboten mit niedrigem Einstiegsbeitrag nicht blenden.
Beispiel
Du bist 40 Jahre alt, privat versichert und zahlst 520 € im Monat. Ein Teil davon fließt in deine Alterungsrückstellung. Der Versicherer rechnet mit einer Sterbetafel, nach der ein 40-jähriger Mann statistisch noch rund 40 Jahre lebt. Steigt die Lebenserwartung in der Statistik um zwei Jahre, muss er für jeden Versicherten zwei Jahre mehr Leistungen einplanen. Dafür reicht die bisher angesparte Rückstellung nicht aus. Der Versicherer prüft den Tarif und erhöht im Zweifel die Beiträge, bei dir etwa um 18 € im Monat. Das sind 216 € im Jahr, über Jahrzehnte gerechnet eine Menge Geld.
Deshalb lohnt sich bei der Tarifwahl der Blick auf Beitragsentwicklung und Rückstellungen. Der Preis beim Einstieg zeigt nur einen kleinen Teil des Bildes.
Verwandte Begriffe
- Alterungsrückstellung
- Beitragsanpassung
- Rechnungsgrundlagen
- Lebenserwartung
- Kalkulation in der PKV