Definition
Die Pflegepflichtversicherung ist die gesetzlich vorgeschriebene Absicherung für den Pflegefall. Wenn du privat krankenversichert bist, musst du sie bei einem privaten Versicherer abschließen, und zwar in der Regel bei demselben Unternehmen, bei dem deine private Krankenversicherung (PKV) läuft. Sie heißt dann „private Pflege-Pflichtversicherung" (PPV) und zahlt im Pflegefall Leistungen entsprechend deinem Pflegegrad (1 bis 5).
Warum Pflegepflichtversicherung wichtig ist
Ohne sie läuft in der PKV gar nichts: Die Pflicht gilt für alle, die eine private Krankenvollversicherung haben. Die Leistungen entsprechen denen der gesetzlichen Pflegeversicherung, sind aber nur eine Teilkasko. Die Realität im Pflegefall sieht dann so aus: Ein Pflegeheimplatz kostet heute oft 2.500 bis 3.500 € Eigenanteil im Monat, während die Pflegepflichtversicherung nur einen Teil der Kosten übernimmt. Den Rest zahlst du aus eigener Tasche, oder deine Kinder werden zur Kasse gebeten. Genau hier versagt die Branche oft: Viele Menschen glauben, mit der Pflichtversicherung sei alles erledigt. Ist es nicht. Du solltest deshalb prüfen, ob eine Pflegezusatzversicherung oder Pflegetagegeldversicherung die Lücke schließt, am besten früh, solange der Beitrag niedrig ist und du gesund bist.
Auch beim Beitrag lohnt der Blick: In der PKV richtet sich der Beitrag der Pflegepflichtversicherung nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand, ist aber gesetzlich gedeckelt. Der Höchstbeitrag darf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht übersteigen. Für Ehepaare gelten zusätzliche Begrenzungen.
Beispiel
Du bist 45, selbstständig und privat krankenversichert. Dein Vater wird pflegebedürftig und bekommt Pflegegrad 3. Er lebt im Pflegeheim, die Gesamtkosten liegen bei 4.200 € im Monat. Seine Pflegepflichtversicherung zahlt 1.497 € (Stand 2024 für Pflegegrad 3 in der vollstationären Pflege). Dazu kommen Zuschläge auf den pflegebedingten Eigenanteil, die mit der Dauer des Heimaufenthalts steigen. Trotzdem bleiben ihm noch rund 2.000 € monatlich, die er selbst zahlen muss. Reicht seine Rente nicht, greift das Vermögen, im Zweifel auch dein Geld. Wenn du deine eigene Lage anschaust: Ohne Zusatzvorsorge wärst du in der gleichen Situation, und das lässt sich mit einem Pflegetagegeld ab etwa 30 bis 80 € Monatsbeitrag deutlich entschärfen.
Verwandte Begriffe
- Pflegezusatzversicherung
- Pflegetagegeldversicherung
- Pflegegrad
- Private Krankenvollversicherung
- Basistarif