Diese Rentenreform könnte Milliarden an die Börse spülen

Zwei Prozent des Bruttogehalts sollen zusätzlich in die Kapitalrente fließen. Private Anbieter dürfen mitmischen – müssen sich aber gegen den staatlichen Fonds behaupten.

Die geplante Kapitalrente könnte nicht nur die Altersvorsorge von Millionen Arbeitnehmern verändern, sondern gleichzeitig einen gewaltigen neuen Markt für die Finanzbranche schaffen. Die Rentenkommission schlägt vor, perspektivisch zusätzlich zwei Prozent des Bruttoeinkommens am Kapitalmarkt anzulegen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen jeweils die Hälfte davon tragen.
 

Was das bedeutet, zeigt ein einfaches Beispiel: Bei einem Bruttogehalt von 5000 Euro würden monatlich zusätzlich 100 Euro in die Kapitalrente fließen. 50 Euro zahlt der Arbeitnehmer, weitere 50 Euro der Arbeitgeber. Im Jahr wären das 1200 Euro zusätzliches Anlagekapital für einen einzigen Beschäftigten. Hochgerechnet auf Millionen Arbeitnehmer entstehen daraus enorme Summen, die Jahr für Jahr neu an den Kapitalmarkt fließen.

Reform ist für Finanzkonzerne wie Allianz interessant

Interessant wird deshalb die Frage, wer dieses Geld verwalten darf. Vorgesehen ist ein kostengünstiger öffentlicher Fonds nach schwedischem Vorbild. Wer keine eigene Entscheidung trifft, könnte sein Geld über diese Standardlösung anlegen lassen. Gleichzeitig sieht der Vorschlag aber Wahlmöglichkeiten vor: Versicherte sollen aus einer begrenzten Zahl zertifizierter Fonds anderer Anbieter auswählen können.

Genau das macht die Reform für Fondsgesellschaften und Finanzkonzerne wie Allianz interessant. Sie könnten um einen Teil dieses gewaltigen Kapitalstroms konkurrieren. Dafür müssen sie allerdings einen entscheidenden Beweis erbringen: Warum sollte ein Arbeitnehmer den privaten Anbieter wählen, wenn ihm gleichzeitig ein kostengünstiger öffentlicher Fonds zur Verfügung steht?

Viel Spaß beim Lesen!

Der Experte verrät sieben einfache Maßnahmen, um auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten das Geld zu finden, um für das Alter vorzusorgen.

Dieter Homburg ist der Inhaber des Fachzentrums Finanzen und Bestsellerautor des Buches „Altersvorsorge für Dummies“.

Er schreibt für den Focus und war schon mehrfach bei RTL zu sehen. In den letzten 20 Jahren hat er bereits über 5.000 Unternehmern, Freiberuflern und leitenden Angestellten dabei geholfen, über 100.000 Euro bei ihrer eigenen Altersvorsorge und Krankenversicherung einzusparen.

Diese Rentenreform könnte Milliarden an die Börse spülen

Montag, 24.08.2026

Quelle: Finanzen 100

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Bild von Dieter Homburg

Dieter Homburg

Dieter Homburg ist Masterconsultant in Finance und gründete bereits im Alter von 21 Jahren sein erstes Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Altersvorsorgeplanung. Er ist Autor des Buchs „Altersvorsorge für Dummies“ (Wiley-Verlag).