Definition
Ein Mehrleistungstarif ist ein Zusatztarif innerhalb der privaten Krankenversicherung (PKV), der die Leistungen deines Basistarifs aufstockt. Du zahlst dafür einen festen Extrabeitrag und bekommst im Gegenzug bessere Leistungen, zum Beispiel bei Zahnersatz, Brille, Heilpraktiker oder Krankenhausunterbringung. Der Mehrleistungstarif hängt immer an deinem Haupttarif und läuft mit ihm.
Warum Mehrleistungstarif wichtig ist
Viele PKV-Tarife wirken auf den ersten Blick günstig, haben aber Lücken. Wer bei der Zahnbehandlung 60 % statt 90 % erstattet bekommt, merkt das erst, wenn die Rechnung ins Haus flattert. Ein Mehrleistungstarif schließt solche Lücken gezielt, ohne dass du gleich komplett den Tarif wechseln musst. Das spart dir oft 30 bis 100 € Monatsbeitrag gegenüber einem Volltarif mit Rundum-Leistung. Gleichzeitig wird die Branche an dieser Stelle gern unehrlich: Manche Berater verkaufen dir Zusatzbausteine, die du nie brauchst, weil die Provision stimmt. Prüf deshalb genau, welche Leistung dir wirklich fehlt und was sie kostet. Ein Mehrleistungstarif lohnt sich nur, wenn er einen echten Bedarf deckt. Und: Bei späterem Abschluss verlangt der Versicherer meist eine neue Gesundheitsprüfung. Wer früh und gesund einsteigt, sichert sich bessere Konditionen.
Beispiel
Karin, 42, selbstständige Grafikerin, ist in einem günstigen PKV-Tarif für 380 € im Monat. Der Tarif erstattet Zahnersatz nur zu 50 %. Als sie eine Implantatbehandlung braucht, liegt die Rechnung bei 4.800 €. Sie bleibt auf 2.400 € sitzen.
Danach schließt sie einen Mehrleistungstarif für Zahn für 38 € im Monat ab. Der erstattet künftig 90 % bei Zahnersatz. Bei der nächsten Behandlung über 3.000 € zahlt sie nur noch 300 € selbst. Dabei beachtet sie die Wartezeiten und die Summenbegrenzungen in den ersten Jahren. Innerhalb von fünf Jahren hat sich der Zusatzbeitrag von 2.280 € für sie ausgezahlt, weil sie zwei weitere Behandlungen brauchte.
Verwandte Begriffe
- Zusatzversicherung
- Selbstbeteiligung
- Basistarif
- Tarifwechsel
- Gesundheitsprüfung